Gemeinde-
und Bezirkssuche

Vor 125 Jahen... (3)

09.10.2021

Von Bubi-Köpfen, Schminkereien und lackierten Fingernägeln

 
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Was der Mensch tut, übertreibt er. Aus gutgemeinter Überlegung wurden die Gläubigen in der Frühzeit unserer Kirche angehalten, auf dieses oder jenes zu verzichten. Dinge, die an sich keine Sünde waren, wurden verboten in der Meinung, dass man dadurch die Gläubigen präventiv vor allfälligen Sünden bewahren könne. Auch Neuem gegenüber war man skeptisch und lehnte es im Zweifelsfall ab, „um die Gläubigen zu bewahren“.


Als in den Zwanzigerjahren der „Bubi-Kopf“, eine moderne Frisur der Frau, der die gewohnten „Zöpfe“ zu weichen hatten, aufkam, wurden die Frauen angehalten, diese „unchristliche“ Mode nicht mitzumachen. Lippenstift war sowieso verpönt, lackierte Fingernägel ebenso.


Am 12. Oktober 1947 besuchte der Bezirksapostel John P. Fendt aus New York Basel und hielt im Musiksaal des Stadtcasinos einen Gottesdienst. Schreck lass nach! – Seine Frau kam „aufgedonnert“ daher – geschminkt bis unter die Haarspitzen, die Lippen in starkem Rouge, mit langen, lackierten Fingernägeln.


Und heute? Sicher werden spätere Generationen auch das eine oder andere zu belächeln haben, was wir bis in die jüngere Zeit hinein betrieben. Es fallen mir spontan ein: lange Haare und „Koteletten“ bei Männern (die Beatles lassen grüssen), Bärte bei Amtsträgern, „Hosenröcken“ bei Frauen, Fernseh-Verbot…


Bericht: jme. Bilder: Gemeindearchiv Basel